25.02.2009
Auch Fische können „ertrinken“
Bad Kreuznacher Aquarianer präsentieren 750 Flossenträger aus Flüssen und Seen
BAD KREUZNACH. Eine wunderschöne Unterwasserwelt hatte der Bad Kreuznacher Aquarianer
Verein wieder bei seiner traditionellen Zierfisch- und
Wasserpflanzenbörse in der Gärtnerei Rehner aufgebaut.
Rund 750 Flossenträger von Flüssen und Seen aus allen Kontinenten tummelten sich in liebevoll und aufwändig dekorierten Becken und ließen die zahlreichen Besucher immer wieder vor Entzücken staunen. Besonders faszinierend war das Flair bei der ersten Nachtausstellung, weil in den nur schummrig beleuchteten Geschäftsräumen die stimmungsvolle Beleuchtung der Aquarien sehenswert und effektvoll zur Geltung kam.
Die Palette der präsentierten Aquarien reichte vom großen Becken mit mehren hundert Litern bis zum Nanowürfel von 30 oder 35 Zentimeter Kantenlänge, der derzeit voll im Trend liegt: "Der ist geeignet für ein kleines Wohnzimmer oder wird auch gerne auf den Schreibtisch gestellt", sagte Aquarianer Heinz Schröder und ergänzte, dass man so auch mit wenig Platz in den entspannenden Genuss einer sanft plätschernden kleinen Wasserwelt mit Minifischen oder Garnelen kommen kann. Im Gegensatz zum großen Aquarium machen diese Würfel natürlich deutlich weniger Arbeit, wobei auch hier die Pflanzen regelmäßig geschnitten und einmal wöchentlich das Wasser erneuert werden muss. Der Wasserwechsel, bei dem ein Viertel des Inhalts ausgetauscht werden soll, kann hier allerdings mit einem Zwei-Liter-Blech schnell erledigt werden - vielleicht sogar direkt aus der Wasserleitung.
Aber auch hier ist eingehende Beratung gefragt, welcher Fisch für welches Wasser geeignet ist und welches Wasser überhaupt aus der eigenen Leitung fließt: Während in Bad Kreuznach das Wasser sehr hart ist, ist es etwa in Obermoschel fast weich und damit ein ganz anderer Lebensraum. Die Aquarianer legen daher großen Wert auf eingehende Beratung: "Es geht schließlich um Lebewesen, und wir wollen natürlich, dass unsere Nachzuchten ein gutes Zuhause finden", betonte Schröder. So würde man nie einen Schwarmfisch einzeln verkaufen und lieber auf das Geschäft verzichten, weil man weiß, dass das Tier eingehen würde. Auch beim Zusammensetzen unterschiedlicher Arten sollte vom Laien unbedingt fachlicher Rat eingeholt werden. Zu den Besonderheiten der Ausstellung zählten Rochen, die meist perfekt getarnt zwi-schen den Steinen lagen und nur die Schwanzspitze und die Augen sehen ließen, außerdem auch prächtig orangefarbene Diskusfische, die nicht nur wegen der benötigten hohen Temperatur schwer zu ziehen sind, sondern auch deshalb, weil sich das Zuchtpaar mögen muss und sich in einer größe-ren Gruppe selbst findet. Zwei willkürlich zusammen gesetzte Tiere reichen deshalb meist zur Zucht nicht aus.
Eine Seltenheit war das Asienbecken, das Weimar Riethmann auch komplett mit asiatischen Pflanzen wie See-, rosen oder Javafarn bepflanzt hatte. Dazwischen präsentierten sich prächtige Tiere, die für den Laien allerdings ein wenig kurios waren: Die Fische kamen alle paar Minuten zum Luftholen an die Wasseroberfläche und würden tatsächlich ertrinken, wenn sie dies nicht könnten. Zusätzlich zur Kiemenatmung benötigen diese Tiere nämlich atmosphärische Luft, was daran liegt, dass sie oft in wenig Wasser oder purem Schlamm wie etwa in Gräben oder Reisfeldern leben.' Weil man dort oft nichts sieht' sind die Brustflossen zu Fäden zum Tasten ausgebildet.
Palundarium [*]
• Sehenswert war auch ein Palundarium — ein Becken, das neben dem
Wasserteil mit Molchen auch einen aufwändig gestalteten Landteil mit
idyllischen Wasserläufen hat.
[*]richtigerweise: Paludarium (Webmaster)
